Was ist neu im Offenen Raum 2.0?

Respekt. Respekt dem Ort gegenüber und allen Wesen. Dieser Ort wurde gestiftet, um einen herrschaftsfreien Offenen Raum (OR) mit Projektwerkstätten zu realisieren und um als Aktionsplattform zu dienen. Dazu bedarf es Werkstätten, Wissen, Materialien in einem Zustand, dass es alle benutzen können. Also aufgeräumt und beschriftet. Um den Ort in diesen Zustand zu bringen benötigt es wiederum Menschen. Und es gibt an diesem Ort selbst Projekte. Gute Gründe sich hier länger aufzuhalten.
Respekt den anderen Menschen gegenüber. Meint nicht nur im Platztreffen oder der AG das Beschlüsse einstimmig sind und Veränderungen an diesem Ort zusammen besprochen werden und sich alle dann auch an die Beschlüsse halten. Sondern auch: Hab ich mehr aufgeräumt als ich Unordnung gemacht habe? Denn sonst wird Herrschaft auf andere ausgeübt, die aufräumen müssen, damit dieser Ort wieder funktioniert. Respekt auch allen nicht-menschlichen Wesen gegenüber.
Wer sich mit Umweltschutz beschäftigt wird an irgendeinem Punkt erkennen, dass die perfekte Natur uns alles bietet und wir sie nur erkennen müssen. Wir geben der Natur viel Raum und erkennen, dass sich neue Arten hier ansiedeln. Wie wirkt mein Handeln auf meine Umwelt? Wir wollen hier keine Tierhaltung. Und keine unkontrollierten und jagenden Hunde. Und keine Massenfestivals.

Was ist ein Offener Raum – Wikipedia

Willkommen in der Traumschule!

Offener Raum Konzept (PDF)
(Stand: März 2015)

Traumschule Riebau

JedeR ist willkommen, aber die Nutzung des Raumes ist an Bedingungen geknüpft.

Das Gelände ist als Aktionsplattform gedacht, zu der alle Menschen Zugang haben sollen. Öffentliche Wahrnehmbarkeit ist angestrebt, um den politischen Charakter des Projektes zu unterstreichen.

Der Offene Raum (OR) ist ein gegenkulturelles soziales Experiment zum bürgerlichen Rechtsstaat. Die üblichen auf Vereinzelung, Verregelung, Ausschluss und Gewalt basierenden Verhaltensweisen sollen hier hinterfragt und überwunden werden.

OR heißt, dass keine Privaträume der Nutzung im Wege stehen. Er kann als öffentlicher, politischer Raum der Begegnung kein Schutzraum, oder Rückzugsraum sein, sondern nur explizit ausgewiesene Teile von ihm (z.B. Ampelräume). Hier sollen Menschen lernen können, bedürfnisorientiert zu kommunzieren und Konflikte zu lösen.

Das gewollte soziale Experiment ist gleichzeitig ein Versuchsfeld für die Frage „Wie können Menschen sich ohne Herrschaft gewaltfrei organisieren?“. Menschen, welche sich von diesen Fragen angezogen anstatt abgestoßen fühlen, sind hier willkommen!

Niemensch hat den Anspruch, auf Kosten der Offenheit und Vielfalt in einem OR zu leben. Alle sind aufgefordert, bei ausschließendem oder verletzendem Verhalten direkt zu intervenieren.

Als Teil der Willkommenskultur wird zur Begrüßung eine Geländebegehung angeboten. Neue schauen sich an was da ist und wie Prozesse funktionieren und werden befragt wie sie beitragen wollen.

Offener Raum – wozu?

Was ist ein offener Raum (bzw. Was kann er sein?): Ein Ort, an dem jeder Mensch, unabhängig von Faktoren wie Herkunft, (Sub-)Kultur, Alter etc. willkommen ist und sich individuell nach jeweiligen Interessen und Fähigkeiten einbringen kann. Ein Ort, wo Ressourcen und Infrastruktur gleichberechtigt genutzt, in Stand gehalten und nachbeschafft werden. Wo sich sämtliche Verantwortung verteilt auf jeden Einzelnen, Hierarchien nicht gebraucht und vor allem nicht gewollt sind.

Das Grundprinzip der Offenheit soll verhindern, dass Teile des Projektes nach und nach (durch Gewohnheit) privatisiert werden. Es wird also bewusst ausgeschlossen, dass Menschen Räume dauerhaft bewohnen und die Nutzung durch andere z.B. auch während ihrer Abwesenheit verhindern (privatisieren, von lat. privare „abgesondert, beraubt, getrennt“). Menschen, die ein Privatzimmer wollen, finden diese im Rest der Welt.

Der Offene Raum ist für politische Projekte da, insbesondere für Gruppen und Einzelpersonen, die von außen kommen. Die Nutzbarkeit des Raumes soll dabei nicht leiden. Es sollen öffentliche, unkommerzielle Veranstaltungen stattfinden, um dem Ort einen einladenden Charakter zu geben und gemeinsam voneinander zu lernen.

Ansprüche an Menschen im Offenen Raum

  • Respektvolles Miteinander, Eingehen auf Bedürfnisse
  • antidominantes Verhalten (mehr dazu im Kapitel Antidominanz)
  • keine Gewalt oder Drohungen
  • keine Toleranz gegenüber Rassismus, Sexismus, Ageismus, Ableismus (und anderen Diskriminierungsformen).
    Hinterfragung der Mensch-Tier- und Mensch-Natur-Verhältnisse
  • Dezentrale Selbstverwaltung heißt, statt Hausrecht wird ein Autonomievertrag (s. Kapitel Autonomie) mit den Aktiven und der Stiftung Freiräume / dem Trägerverein abgeschlossen.
  • Es werden Voraussetzungen für einen herrschaftsfreien Umgang geschaffen, die Menschen ermöglichen, in Projekten und Aktionen Widerstand und Utopie zu verbinden.
  • Funktionsräume statt Privaträume: Die aktuelle Gruppe verpflichtet sich, die Kaserne ohne Privaträume als Projektfläche für Gruppen, Initiativen, Projekte, Menschen aus der Bevölkerung etc. zur Verfügung zu stellen. Mit einem Raumplan am Eingang soll die Offenheit für Neuankömmling gewährleistet werden.
  • Alle haben gleichberechtigten Zugang zu allen Ressourcen im Offenen Raum (wie z.B. Räumen, Technik, Wissen oder Essen).
    keine Rauswürfe, bedürfnisorientierte, gewaltfreie Sprache: Interessenkonflikte werden zunächst von den Betroffenen selbst geregelt (ggf. mit externer Mediation).
  • Etablierte Gruppen tragen dafür Verantwortung, den Raum nicht zu schließen. Damit Neue sich zu Projektarbeit eingeladen fühlen, werden abweisende Verhaltensmuster thematisiert und reflektiert. Da auch einzelne Individuen einen Raum schließen können, ist grundsätzlich antidominantes Verhalten erwünscht (s. Kapitel Antidominanz). Alle sind angehalten, sich gegenseitig Achtsamkeit entgegen zu bringen.
  • Öffentliche Reflektion zu Anspruch und tatsächlichen Verhaltensweisen sind erwünscht.