Jürgen Stadelmann untersagt BI die Nennung früherer Tätigkeiten

Der Leiter der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) Jürgen Stadelmann will Christfried Lenz untersagen, seine frühere Verantwortlichkeit bei Gaz de France SUEZ für die lt. RA Müggenborg illegale Einlagerung von Fremdmateriall in die Giftschlammgrube öffentlich zu machen. Lenz zitierte einen WDR-Bericht von Jürgen Döschner und drängt als Sprecher der BI Saubere Umwelt & Energie Altmark seit Monaten auf die sofortige Auskofferung des undichten Silbersees in Brüchau.

Hierzu schreibt der Betroffene:

Lieber MitstreiterInnen,

anlässlich meiner Online-Petition vom 29.03.2017 (Forderung eines
vertrauenswürdigen Zweitgutachtens zur Entsorgung der Giftschlammgrube
Brüchau) habe ich im Auftrag von LAF-Leiter Stadelmann Post von einem
Rechtsanwalt erhalten.

Dessen Schreiben in den Anhängen 1 und 2 und die dadurch veranlasste PM
der BI „Saubere Umwelt & Energie Altmark“
(Anhang 3) euch zur Kenntnis.

Schöne Grüße,
Christfried

Anhänge
Schreiben der Kanzlei Lisec, Magdeburg

PM mit Chronik



Der studierte Wasserwirtschaftler und Wirtschaftsinformatiker Stadelmann war von 1998 bis 2006 zuständig für den Rückbau bei der EEG-Erdöl Erdgas GmbH Salzwedel/Berlin als Leiter der Abteilung Umweltanalytik/Labor im Geschäftsbereich Rückau bei EEG/Gaz de France Suez Deutschland.

Ab 2002 war er umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und Mitglied des Ausschusses für Umwelt.

Ab 2009 als Staatssekretär unter Gentechnikbefürworter Aeikens tätig

2011 im Müllskandal im Jerichower Land verwickelt:
Staatsanwaltliche Ermittlungen wegen Geheimnisverrats im Zusammenhang mit PUA gegen Ministerpräsident Reiner Haseloff zu illegalen Müllablagerungen in den Tongruben in Möckern und Vehlitz

Seit 2012 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Umwelt, Natur und Klimaschutz (SUNK).

Seit Februar 2015 Leiter der Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt (LAF).

Am Donnerstag den 13. April ging ein Schreiben der Kanzlei Lisec aus Magdeburg bei der BI ein. Darin wird eingeräumt, Jürgen Stadelmann sei zwar „von 1998 bis 2006 Leiter der Abteilung Umweltanalytik/Labor im Geschäftsbereich Rückau bei EEG/Gaz de France Suez Deutschland“ gewesen, die Verantwortung für den Geschäftsbereich habe aber der damalige Vorgesetzte getragen. Weiter heißt es in dem Schreiben:

„Die Aufgabe der Abteilung Umweltanalytik/Labor war die firmeninterne Erkundung und Begleitung von Rückbaumaßnahme (Sonderplätze/Schlammgruben) sowie die Probenname und Analytik unter anderem für die Deponie Brüchau. Im Zusammenhang mit der behördlich angeordneten Einzelüberwachung wurden die sogenannten Jahresberichte erstellt, in denen die Überwachungswerte zusammengestellt und an das Bergamt weitergegeben wurden.

Seit Februar 2015 leitet mein Mandant die Landesanstalt für Altlastenfreistellung des Landes Sachsen-Anhalt (LAF). Sie ist zuständig für die Refinanzierung freigestellter Altlasten unter anderem auch für die stillgelegte Deponie Brüchau. Beim Amtsantritt meines Mandanten lagen die Konzepte für die Stilllegung bereits vor. Für die Umsetzung ist das Landesbergamt zuständig.“

Motivation der Kanzlei für den Brief ist die Bitte an Lenz, künftig „Unterstellungen und Unwahrheiten, wie Sie sie unter anderem in Ihrer Online-Petition vom 29.03.2017 anklingen lassen“ in Zukunft zu unterlassen. Das Schreiben endet mit der für den Berufsstand üblichen juristischen Drohung.

Christfriend Lenz kritisiert auch das Festhalten am Bericht des von Stadelmann beauftragen Ingenieurbüro Asbrand, das eine Auskofferung der Grube für nicht nötig hält und die Undichtigkeit zu relativieren versucht. Der Sprecher der BI drängt seit 2016 mit Rundbriefen an Abgeordnete des Landtags auf die Einholung eines Zweitgutachtens, des inzwischen überholten Konzepts. Bei einem Krisentreffen am 13. April 2017 im Kalber Rathaus auf Einladung der Grünen Frederking einigten sich Vertreter der verantwortlichen Behörden mit der BI, um Zeit zu sparen, auf den Verzicht auf eines weiteren Gutachtens. Über die Art der Sanierung und ob die vom Leiter des Landesbergamt Kurt Schnieber favorisierte Abdeckung ausreicht, soll das nächste Treffen entscheiden. Der Termin wird durch die BI bekannt gegeben.

Dass der Silbersee undicht ist, wird nicht in Frage gestellt, allerdings die Folgen für das Grundwasser durch LAGB und LAF relativiert. Laut einem Gutachten aus dem Jahr 2000 ist das Grundwasser durch bergbauliche Stoffe kontaminiert, das gab Dr. Uwe Baumbach, ehemaliger Gutachter der GdF Suez vor einem Jahr bei einer Infoveranstaltung bekannt. Die unzertifizierte Entsorgung von Bohrschlämmen war in Deutschland jahrzehntelange Praxis und wurde von Landesbergämtern in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt systematisch geduldet. Noch heute wird die Öffentlichkeit durch das LAGB über Gesundheitsgefahren im Unklaren gelassen.

Privat setzt er sich für Baumpflanzungen ein. Stadelmann ist seit 2012 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Umwelt, Natur und Klimaschutz mit der passenden Abkürzung SUNK des Landes Sachsen-Anhalt. Aufgabe der Stiftung ist u.a. die Verwaltung von Grünflächen im Grünen Band, im Naturpark Drömling sowie Wälder im Harz unter ökologischer Bewirtschaftung. Obwohl die 2005 gegründete »Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt« für „Maßnahmen des Klimaschutzes, des effizienten Umgangs mit Energie und der Schonung natürlicher Ressourcen“ förderlich sein soll, sind deren Anlagen eher klimaschädlich.

Die „Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz“ soll Bürgern die „Auswirkungen menschlichen Handelns auf Natur und Umwelt“ bewusst machen. So steht es in der Satzung. Das Geld dieser Stiftung wird aber egal wie erwirtschaftet, ohne Rücksicht auf Natur und Umwelt. Rund eine Millionen Euro des Stiftungsvermögens sind in Fonds angelegt, die munter auch in den Flughafen von Rom oder die Fluggesellschaft Ryanair investieren.
Wie rücksichtslos das Finanzministerium seine Stiftungsgelder anlegt, zeigt ein weiteres Beispiel. In Sachsen-Anhalt liegt der „Silbersee“, ein Tagebauloch, in das der Energieriese GDF Suez zigtausende Kubikmeter Abfälle verklappt hat. Der Silbersee trägt seinen Namen, weil das in der Sonne verdunstende Quecksilber in der Sonne glitzert. Er gilt als eine der giftigsten Müllhalden Deutschlands, täglich sickern Arsen, Kadmium und Quecksilber in den Boden. Der Sondervermögen Altlastensanierung des Landes bezahlt nun mehr als 90 Prozent der Sanierung des Sees. Und gleichzeitig ist das Stiftungsvermögen des Altlastenfonds indirekt in Millionenhöhe in die Aktien von GDF Suez investiert. Auch aufgrund seiner vielen Skandale hat sich der Konzern inzwischen in Engie umbenannt. correctiv, 1. September 2016

Kontakt für Rückfragen:

Stiftung Umwelt, Natur- und
Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt

Steubenallee 2
39104 Magdeburg

Vertreten durch:
Jürgen Stadelmann

Ansprechpartnerin:
Frau Ursula Strübing
Telefon: +49 (0) 391 541 50 55
Telefax: +49 (0) 391 541 50 57
E-Mail: struebing | sunk-lsa.de


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