Stromexport oder lokale Nutzung?

08.04.2017 Wiederinbetriebnahme von Bohrung „Salzwedel 69″

18.04.2017 BUND kritisiert Wartungsarbeiten

Während Engie Bohrstelle Salzwedel 69 reaktivieren will, soll Windstrom per Freileitung zum dort beginnenden SüdOstLink nach Wollmirstedt geleitet werden. Wird in der Altmark genug Strom produziert, dass sich diese Miliardeninvestition lohnt, oder wird damit die Energiewende unnötig verteuert? Ein sowohl als auch von dezentraler Produktion und Nutzung in Kombination mit dem Aufbau überdimensionierter Transportkapazität macht ökonomisch keinen Sinn. Vielmehr erscheinen Investitionen in Elektromobilität mit angebotsorientierter Energiespeicherung sinnvoll.

Stromexport aus der Altmark?

Gastbeitrag der BI Saubere Umwelt und Energie Altmark

Liebe FreundInnen und Mitglieder,

in der Altmark soll eine Stromleitung gebaut werden, um den hier erzeugten Grünstrom abzuführen. Eine Bürgerinitiative kämpft „Pro Erdkabel“.

Der Streit gibt Anlass, sich mal wieder zum Thema „dezentrale Energiewende“ Gedanken zu machen:

Jenseits von Erdkabel und Freileitung
Erdkabel ist sicher angenehmer als Freileitung – aber warum den Strom
überhaupt abführen, statt ihn in der Region – preisgünstig! –
verbrauchen? Wind-, Sonnen- und Biokraft zusammengeschaltet gleichen
sich gegenseitig aus. Ergänzt durch Speicherung „Power to Gas“ ergibt
sich eine grundlastsichere 100%-ige Versorgung durch erneuerbare Energie,
mit Synergie-Effekten für Wärme und Mobilität. Autonome Bereiche
entstehen, die sich zusätzlich untereinander vernetzen können. Das ist
die dezentrale Energiewende: zelluläres Wachstum wie bei den Pflanzen!

Warum teures Geld für Leitungen ausgeben, wenn Sonne und Wind die
Energie schon überall hinbringen?!

Die Bundesregierung will „Stromautobahnen“ bauen, Begründung: „Im Norden
ist der Wind, im Süden sind die Verbrauchszentren“. – Welch ein Unsinn!
Sind Hamburg und Bremen etwa Fischerdörfer? Wenn München und Stuttgart
den norddeutschem Windstrom bekommen, womit sollen dann Hannover und
Berlin versorgt werden? – Wer solche Ideen verbreitet, hat von der
Energiewende nichts verstanden oder will sie in Verruf bringen. Denn
wenn die astronomischen Kosten der Stromautobahnen per „Netzumlage“ an
die Verbraucher weitergereicht werden, wird man sagen, dass „die teure
Energiewende“ mal wieder schuld ist.

„Norddeutsche Energiewende 4.0“
Es kann aber gut sein, dass die norddeutschen Windmüller das Spiel gar
nicht mitmachen. Denn das Projekt „Norddeutsche Energiewende“
wurde gestartet: Es strebt die 100%-ige
Versorgung von Schleswig-Holstein und Hamburg mit erneuerbarem Strom bis
2035 an. – Ob da noch etwas für Bayern übrig bleibt?? – Demnächst
verkehrt der weltweit erste von regenerativem Wasserstoff getriebene Zug
zwischen Cuxhafen und Buxtehude.

Ob sich nicht auch die Altmark von dem zukunftsweisenden Projekt der
Nordlichter Anregungen holen könnte/sollte?

Und gerade hat das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) den Bericht
„Bürgerenergie – heute und morgen“ (PDF, 48 Seiten) herausgebracht.

Hierin wird die Bedeutung der „Prosumer“ (gleichzeitig Produzent und
Konsument der Energie) umfassend herausgearbeitet und dargestellt,
welche Vorteile und Vereinfachungen möglich sind, wenn die Bürger die
Energiewende selber in die Hand nehmen. – Gleichzeitig wird das
Regelungsdickicht beschrieben, mit dem die Regierung die Initiative und
Kreativität der Menschen ganz gezielt behindert, damit die
Kohleverstromung noch möglichst lang weiter geht.
(Heute meldete der DLF, dass Deutschland sein in Paris für 2017
festgelegtes CO2-Kontingent, bereits im April verausgabt haben wird….)

Christfried Lenz

zum Weiterlesen:
Artikel zur „Solidarischer Prosumption“
Sachsen-Anhalt erzeugt 50% regenerativ und erfüllt Klimaziele für 2030
Zeitungs-Berichte zum Thema „Erdkabel“
über den Tellerrand: Erfolg für Neusser Freileitungsgegener*innen (NRW)
weitere Beiträge von Christfried Lenz bei energieblogger.net
Blog Metropolsolar


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