Containern ist kein Verbrechen

Update: Prozess verschoben auf 9. Juni: Öffentlichkeit wirkt! Der für April angesetzte Termin im Amtsgericht Gießen wurde durch die starke Kampagne für die Entkriminialsierung von Containern verschoben. Lasst uns das Thema bis dahin noch stärker in die Medien bringen! Wir sind solidarisch mit Betroffenen von Repression gegen Leben ohne Geld

Wie viel sind 11 Millionen Lebensmittel? Warum ist es illegal, neuwertiges Essen aus dem Müll zu holen? Was kann ich dagegen tun?

taz 3.4. Aktionswoche fürs „Containern“: Müll soll für alle da sein

Vom 1. bis 19. April finden in Aachen Aktionstage für die Änderung des Diebstahlparagrafen (§242) statt. Ziel der Kampagne #change242 ist es, dass Containern und das Wühlen im Sperrmüll nicht mehr strafbar sind.


Videoaufruf

Welche Möglichkeiten gibt es, um ohne Geld an Essen zu kommen?

Essen teilen, statt es wegzuwerfen: Foodsharing in Salzwedel

Was kann ich tun?

1. Unterschreib die zur Petition (Einen genauen Link haben wir noch nicht – schau ab Mitte März regelmäßig auf unserer Website vorbei! Diesen Text haben wir eingereicht.)

2. Verbreite die Petition als Mail, bei Facebook oder twitter, leg Listen in Geschäften und Treffpunkten aus! Flyer und Plakate kannst Du über unsere Mail-Adresse bestellen. Informier Menschen!

3. Nimm an Aktionen teil oder organisier selber welche! Ideen und Anleitungen dafür findest Du auf unserer Website.

4. Rette Lebensmittel und anderes Brauchbares aus dem Müll. Kämpfe mit, damit die Ausbeutung von vielen Menschen und ganzen Erdteilen, angetrieben aus Profitgier, ein Ende findet!

ab 1. April Direct-Action-Training in Aachen
Du findest, in der Welt läuft einiges verkehrt? Und fühlst Dich ohnmächtig, weil Du oft nicht weißt, wie das Bessere gelingen oder durchgesetzt werden kann? Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen in Zwangsanstalten, Diskriminierung und Ausbeutung – so vieles passiert täglich, aber kaum etwas hilft dagegen? Dann hilft dieses Direct-Action-Training. Denn so ohnmächtig, wie es scheint, sind wir nicht. Im Gegenteil: Es gibt viele Aktionsformen, die wir kennenlernen und üben können, um uns wirksamer wehren zu können, um lauter und deutlicher unsere Stimme zu erheben oder uns politisch einzumischen: Kommunikationsguerilla, verstecktes Theater, gezielte Blockaden oder Besetzungen, intelligente Störung von Abläufen und vieles mehr schaffen Aufmerksamkeit und bieten Platz für eigene Forderungen und Visionen. Wir werden konkrete Aktionsideen besprechen, den rechtlichen Rahmen durchleuchten und einiges ausprobieren. Video zum Einstieg ins Thema mit vielen Bildern als Anschauung

Wenn das zu kurfristig war, dann organisiert selbst Aktionstage und ladet Referent*innen ein!

Weitere Aktionsideen:


Briefe verschicken
Es hat einen appellativen Charakter, also etwas Bittendes an Abgeordnete zu schreiben. Es kann für eine Gruppe aber auch sehr stärkend sein, gemeinsam einen wütenden Brief zu verfassen, oder auch subversiv in die Rolle eines anderen politischen Aktuers zu schlüpfen, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen (s. Video)
Textbausteine: Schluss mit der Bestrafung von Lebensmittelrettern

Flyer verteilen, Plakate kleben
Mit einem Packen Flyer an einen belebten Ort gehen und sie verteilen.
Oder sie in Kneipen, Geschäften etc. auslegen (besser vorher fragen, ob
das klar geht…).

Auf öffentlichem Grund kann man in der Regel spontan Flyer verteilen,
auf Privatgelände (zB auf dem Supermarktparkplatz) kann man schon mal
vertrieben werden.

Gleiches gilt für Plakate: Sie machen sich gut im Schaufenster vom
Kiosk, dem Lieblingsimbiss oder in der Kneipe um die Ecke. Geht mit
Tesafilm und Plakaten los und fragt rum, viele Läden werden euch Plakate
aufhängen lassen.

Man kann sie natürlich auch Outdoor hängen. In manchen Städten gibt es
frei nutzbare Plakatierflächen, auf Stromkästen etc. ist es dagegen
meist verboten. Wobei es natürlich nur Strafen gibt, wenn man erwischt
wird und oft auch nur, wenn Kleber verwendet wird, der Spuren
hinterlässt (Kleister o.ä. – mit Klebeband hat man eher selten Probleme).

Sprüche mit Kreide schreiben
Einfach mit einer Packung Straßenkreide losziehen und Sprüche auf den
Gehweg schreiben. „Containern ist kein Verbrechen!“,
„Lebensmittelvernichtung bekämpfen – nicht Containernde!“ oder
„Containern entkriminalisieren – Petition unterschreiben –
242.blogsport.de“ sind nur drei Ideen. Gut ist es auch, Kreiden und
Flyer verteilen miteinander zu verknüpfen.

Transparente aufhängen
Mit einem alten Bettlaken und etwas Sprüh- oder Abtönfarbe ist schnell
ein schönes Transparent entstanden. Wenn ihr mehrere Leute seid, könnt
ihr beim Flyer verteilen so mehr Aufmerksamkeit erreichen. Oder ihr
hängt es an gut sichtbaren Stellen in der Stadt auf (bitte stellt
sicher, dass es nicht unkontrolliert runterfallen und zB
Autofahrer*innen die Sicht nehmen kann).

Straßenumfrage
Wer mit Menschen ins Gespräch kommen möchte und außerdem schöne Bilder
produzieren will, kann diese Methode anwenden. Einfach eine Tapete, eine
Flipchart, ein Stück Plane oder ein Bettlaken ein einem belebten Platz
hinlegen / hängen, eine Frage aufschreiben (zB „Wie finden sie es, dass
bis zu 50% der Lebensmittel in Deutschland auf den Müll geworfen
werden?“) und dann mehrere Spalten zum Striche machen malen
(„Unvermeidbar“, „Da sollte was gegen unternommen werden“, „Mir egal“…)
und dann Menschen drauf ansprechen. Sie sollen mit einem Edding ihre
Stimme abgeben. Oft bekommt in sehr kurzer Zeit ein sehr deutliches Urteil.

Fortgeschrittene können natürlich richtige Kurz-Interviews mit Menschen
führen und das auf Video aufnehmen (die Leute vorher fragen!).

Kundgebung / Infotisch / Gerettetes Essen verteilen / Picknick
Das ist eine gute Möglichkeit, wenn man eine Gruppe von
Unterstützer*innen hat. Kundgebungen, Infotische etc. müssen angemeldet
werden. In manchen Städten beim Ordnungsamt, in anderen bei der Polizei.
Besorgt euch einen Tapeziertisch, legt Flyer, (sobald sie verfügbar
sind) Unterschriftenlisten, gerettetes Essen und was euch noch so
einfällt drauf und sprecht Menschen an. Wer es sich zutraut kann auch
einen Redebeitrag vorbereiten (Megafon / Sound-Anlage kann man oft bei
sympathisierenden Gruppen wie Greenpeace, DIE LINKE o.ä. anfragen). Auch
hier sind die meisten vorherigen Aktionsformen kombinierbar. Denkbar ist
es auch, eine Decke mitzunehmen und Leute zum Picknick einzuladen.
In Gießen gibt’s am Mittwoch die erste Umsonstdemo

Ein Picknick ohne Kundgebung muss nicht angemeldet werden, so kann
schnell ein schöner Nachmittag im Park entstehen. Wenn ihr ein paar
Plakate um euch herum aufstellt und Außenstehende mit mitpicknicken
einladet ist es noch schöner :)

Info-Veranstaltung, Filmabend
Wenn man Menschen etwas tiefergehend informieren bzw. mit ihnen
diskutieren möchte, kann man einen Info-Abend organisieren. Wir haben
eine Präsentation vorbereitet, die wir euch gerne zur Verfügung stellen.
Alternativ kommen wir euch auch gerne besuchen, wenn euch das lieber ist.

Auch ein Filmabend kann Menschen anziehen. Hier sind Lizenzfragen zu
beachten, wenn man das öffentlich ausrichten möchte.

Containertour
Geht zusammen mit Anderen containern, zeigt Interessierten, wo gute
Spots sind. Ladet die Presse dazu ein und verbindet das mit der
Forderung, das endlich zu entkriminalisieren.

Wenn ihr ein gutes Gefühl damit habt, könnt ihr das auch öffentlich
machen: Mit Presse-Mitteilung, Facebook-Event etc. In Aachen haben wir
damit gute Erfahrungen gemacht, aber ein gewisses Risiko besteht
natürlich, je nachdem, wie die Polizei vor Ort darauf reagiert. Wie so
eine Einladung aussehen kann findet ihr auf AachenContainert.bogsport.de

Fake-Demo
Wenn ihr ein paar Leute habt und auf Theater steht: Zieht euch schick
an, malt euch Schilder mit Sprüchen wie „Mein Müll gehört mir!“, „Was
schert mich die Umwelt?“, „Containernde in den Knast!“ und geht damit
durch eine belebte Straße. Optimalerweise verteilen ein paar Leute Flyer
mit ähnlich provokanten Sprüchen auf der einen und einer Erklärung mit
unseren Websites auf der Rückseite.

Noch nicht genug? Probier’s mal mit Aktionsschwarzfahren für die Streichung von §265a


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