PM Erneut Rohgasaustritt bei Pretzier

Gastbeitrag der BI „Saubere Umwelt & Energie Altmark“

Presseerklärung
03.01.2017

Giftiges Rohgas strömt erneut aus der Leitung bei Pretzier (Altmark) – „Engie“ (Gaz de France) um Verharmlosung bemüht

Ein Spaziergänger stellte am Neujahrstag Gasgeruch im Feld zwischen Pretzier und Riebau (Altmark) fest. Nach Alarmierung von Feuerwehr und Informierung des Erdgasförderers „Engie“ (=Gaz de France) stellte sich heraus, dass ein Leck in der dort verlaufenden Rohgasleitung die Ursache war.

Engie-Sprecher Stefan Brieske bemühte sich um Verharmlosung:

„Ein Leitungsschaden ist immer möglich. Es sollte nicht passieren, aber wir sind auf solche Ereignisse vorbereitet.“ erklärte er gegenüber der Presse. – Worin aber besteht diese Vorbereitung, wenn es einen Spaziergänger braucht, um den Schaden festzustellen? Wie lange war das Rohgas bereits zuvor ausgeströmt, und wie lange wäre es weitergeströmt, wenn der Spaziergänger nicht zufällig vorbei gekommen wäre? – Drei Monate zuvor hatte es an der gleichen Leitung bereits eine Leckage gegeben.

Brieske weiter:

„Bei Pretzier verläuft eine Nassgasleitung, also Erdgas mit Salzwasser
vermischt. Das ist nicht gefährlich.“ – Bei dem, was Brieske
„Salzwasser“ nennt, handelt es sich um Lagerstättenwasser, das mit den
für die Erdgaslagerstätte Altmark typischen Giftstoffen angereichert
ist: bis zu 3 mg Quecksilber pro m³ Gas, Benzol, radioaktives Radon 222
und weitere Stoffe, die alle gesundheitsschädlich sind und teilweise
Krebs auslösen können.
Und wenn das alles nicht gefährlich ist, wieso kündigt Brieske dann an,
dass eventuell „Erdmasse ausgetauscht“ werden muss?

Ingenieur Bernd Ebeling fragt: „Hat Engie keine Drucküberwachung im
Erdgasrohrleitungssystem installiert, welche bei einer Leckage mit
Druckabfall umgehend Alarm auslöst? – Das ist nun die zweite Leckage an
der selben Nassgasleitung innerhalb von drei Monaten, die öffentlich
bekannt wurde. Wie oft gab es an dieser und anderen Erdgasleitungen
bereits Leckagen, welche der Öffentlickeit verheimlicht wurden?“

„Solange nicht 100%ig gesichert ist, dass die Leitungen dicht sind und
überwacht werden, müssen alle Leitungen außer Betrieb genommen werden“,
fordert Christfried Lenz von der Bürgerinitiative Saubere Umwelt und
Energie Altmark.

Verweise
http://www.facebook.com/keinco2endlageraltmark

Kontakt für Rückfragen:

i.A. Christfried Lenz
Rittleben 8
38486 Apenburg-Winterfeld

Tel. 039001/90754
Email: kein-co2-endlager-altmark.lenz | gmx.de


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